|
Eine Rezension von Joshua Pulka "Man muss immer auf der Suche nach dem Faden bleiben. Die Jugend ist ein einziges großes Fadensuchen.". So steht es im Buch Crazy von Benjamin Lebert geschrieben. Mit anderen Worten ist die Jugend eine ständige Suche des richtigen Pfads, also eine wichtige Entwicklungsstufe. Diese Entwicklungsstufe ist nicht leicht für Benjamin und seine Freunde, Felix der Dicke, Felix der Dünne, Florian, den alle nur Mädchen nennen, Troy und zu guter Letzt Janosch, der in der Gruppe die Rolle des Anführers einnimmt und für den Rest als ein Fels in der Brandung gilt. Die Schwierigkeit der Suche nach dem richtigen Pfad ist besonders für Benjamin groß, da er eine Behinderung hat: Er ist auf der linken Seite gelähmt, was somit fast alle seiner Handlungen beeinträchtigt und ihn nur wenig autonom macht. Das Überstehen dieser Schwierigkeit zwingt die Jungs zu Handlungen, die von ihnen als Crazy bezeichnet werden. Diese Bezeichnung ist sehr passend, finde ich, da die Pubertät, oder auch das große Fadensuchen, ein Hineinversetzen in verschiedene neue Rollen erbringt, die für die Wahl des richtigen Fadens enorm relevant sind. Anfangs kommt Benjamin in die achte Klasse, erneut. Er hat große Schwierigkeiten in der Schule, muss daher die Schule wechseln, die achte Klasse absolvieren und sollte möglichst das Abitur schaffen. Die Schule, auf der er das versuchen wird, heißt Schloss Neuseelen, sie ist ein Internat. Es heißt, sie würde Benjamins Behinderung berücksichtigen. Sofort gewinnt er die oben genannten Freunde, mit denen er viele Abenteuer bestreitet. Man könnte schon fast sagen, sie seien seine Gefährten, die ihm auf der Suche nach dem richtigen Faden zur Hilfe stehen. Zusammen werden sie mit neuen Tücken und Reichtümern des Lebens konfrontiert, mit Mädchen und anderem Neuen. Diese Erfahrungen helfen ihnen auf der Suche nach dem richtigen Pfad. Während der Geschichte kommt Benjamin immer mehr von seinem eigentlichen Pfad ab, der Schule, da er auf der Suche eines anderen ist, mit seinen Freunden. So kommt es, dass er seine Freunde und das Schloss Neuseelen, das, wie sich herausgestellt hat, seine Behauptung, Benjamins Behinderung zu berücksichtigen, nicht erfüllt hat, hinter sich lassen muss, um ein neues Kapitel seines Lebens zu öffnen. Benjamin verlässt das Internat Neuseelen und wird von seinem Vater nach Hause abgeholt. "Wir steigen die Treppe hinab. Es ist eine lange Treppe. Als wir unten sind, stelle ich die Reisetasche auf den Boden. Ich bin erschöpft." Das Buch ist für all jene interessant, die selber auf der Suche nach dem richtigen Faden sind oder kurz davor stehen. Natürlich auch für Außenstehende, obwohl mir die Wortwahl, einige Formulierungen und die etlichen Rechtschreibfehler gewöhnungsbedürftig erscheinen. Viele Handlungsabschnitte sind meiner Meinung nach überhaupt nicht realistisch und somit nur schwer nachzuvollziehen. Folglich ist das Buch eher mittelmäßig einzustufen, aber sicherlich immer noch lesenswert. |