Partien - Links und rechts

Lückentextübung

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Links und rechts sind Bezeichnungen, die für politische Ansichten und gebräuchlich sind. Sie sind nicht genau und werden sehr unterschiedlich ausgelegt und verwendet.
Im französischen Parlament von 1789 saßen links vom Vorsitzenden die Radikalen, die eine grundlegende des Staates anstrebten. Rechts saßen die Gemäßigten, die nur oder gar nichts verändern wollten. Für Parlamente der Gegenwart trifft diese Sitzordnung nur noch manchmal zu. Unter rechts versteht man im Allgemeinen: eine zurückhaltende, eher Haltung gegenüber Veränderungen im Staat und in der Gesellschaft; eine hohe Einschätzung des eigenen im Vergleich mit anderen Völkern; die Anerkennung der alten , die häufig schon dem Gedanken an Veränderungen vorgezogen wird.
Rechtsextremismus bedeutet eine Steigerung dieser Einstellung: die Bürger sollen sich der ihres Staates unterordnen, sie sollen ruhig und ihre Pflicht tun, ohne ihre Meinung zu äußern.
Unter links versteht man im Allgemeinen: Bestrebungen, die die bestehenden Verhältnisse im Staat und in der verändern wollen. Als wichtige Voraussetzung dafür gilt die Mitarbeit der Bürger in allen Bereichen, zum Beispiel in den Betrieben, Universitäten und Schulen.
Linksextremismus bedeutet die Steigerung dieser Einstellung: die bestehenden Verhältnisse sollen verändert werden, ohne daß vorher eine neue Ordnung eindeutig beschrieben wird.
Als rechte Parteien werden die konservativen und Parteien bezeichnet, als linke die kommunistischen und sozialistischen Parteien.
In allen großen Parteien gibt es so genannte linke oder rechte Flügel. In einer linken Partei zum Beispiel gibt es einen rechten Flügel : seine Mitglieder wollen Veränderung als die Mehrzahl der Parteimitglieder. Es gibt auch einen linken Flügel: seinen Mitgliedern werden die angestrebten Veränderungen zu langsam und nicht genug vorangetrieben.
Man könnte demnach sagen, daß es in den großen rechte Linke und linke Rechte gibt. Bevor man also in Gesprächen Menschen und Ansichten in rechts oder links einteilt, sollten die Gesprächsteilnehmer klären, wo ihr gemeinsamer ist und wo der einzelne, rechts oder links, steht.

Aus: Kammer, Hilde, Elisabeth Bartsch. Jugendlexikon Politik. Hamburg 1994. S. 116.