Papa Kant geht

So kennt man Herrn Hoffmeyer-Zlotnik: Fast mit Blumen in der Hand hat er die Wahl der neuen Elternvertreter geleitet.Nach fast einem Jahrzehnt legt Ulf Hoffmeyer- Zlotnik sein Amt als Schul-Elternsprecher der Kantschule nieder

Als Ulf Hoffmeyer- Zlotnik vor neun Jahren erstmals zum Elternvertreter gewählt wurde, war sein Sohn Bulut gerade ein Frischling in der siebten Klasse der Kantschule in Falkensee. Vater und Sohn waren damals schon überzeugte Gesamtschulvertreter und über die Jahre sind sie es auch geblieben. Beide waren der Meinung, dass eine Überzeugung jedoch nichts wert ist, wenn man ihr nicht Taten folgen lässt und so wurde der Vater Schulelternsprecher (amtlich: Vorsitzender der Elternkonferenz) und der Sohn wurde vom Klassensprecher zum Schülersprecher der Schule (Vorsitzender der Schülerkonferenz) gewählt. In diesen Funktionen setzten sich beide für die Belange der Schule ein und bewegten - fast - alles. Die Organisation der öffentlichkeits-wirksamen Protestaktionen gegen Lehrermangel und Stundenausfall z. B. vor fünf Jahren, die mehrmals den Bildungsminister auf den Plan riefen und im Ergebnis dazu führten, dass zehn Lehrer an der Kantschule bleiben durften, ist in großen Teilen ihr Werk. Auch die Proteste gegen den Irakkrieg wurden zu einem erheblichen Teil von ihnen initiiert.

Hoffmeyer-Zlotniks verstand es, die Elternschaft, das Lehrerkollegium aber auch externe schulrelevante Institutionen und Interessenvertreter zusammenzuführen. Wie kaum ein anderer Vater hatte er - bedingt auch durch seine Tätigkeit als Leiter des ASB - gGmbH für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Havelland e.V. - Einblick in die Schullandschaft in Falkensee. Bei allen elementaren Entscheidungen, die auf die im Aufbau und Umbau begriffene Schule in den letzten Jahren zukamen, war er maßgeblich beteiligt. Er brachte als Vorsitzender des Kreisschulbeirates immer auch eine über Falkensee hinausgehende Perspektive in unsere Diskussionen ein.

Dabei war er nie jemand, der versucht hätte einen bestimmten Kurs vorzugeben, sondern einer, der Entscheidungen auf eine realistische Basis stellte. "Wir müssen erstmal wissen, was wir wollen und dann genau überlegen, wie wir dies umsetzen", war einer seiner Lieblingssprüche in den Schulkonferenzen. Er beharrte immer wieder darauf, dass Pläne, Vorstellungen, die sich in dem Spezialmilieu Schule nur allzu gerne ins Utopische verflüchtigen, an der Realität messen lassen. Da machte sich seine langjährige Erfahrung in der Spandauer Lokalpolitik bemerkbar. Andererseits machte er aber auch Mut, wenn es darum ging, etwas Neues auszuprobieren.

Hoffmeyer-Zlotnik hat in den Jahren seines Wirkens viel für die Schule geleistet, auch wenn er gerade keine öffentlichkeitswirksame Aktion vom Zaun brechen musste. Nur um noch einiges zu nennen: Er hat dazu beigetragen, dass die Schulstation über die Jahre zu einer festen Einrichtung in der Schule wurde, er hatte acht Jahre lang den Vorsitz des Fördervereins inne und er hat - was auch die Schüler andrer Schulen gefreut hat - die Fahrten zur Leipziger Buchmesse organisiert.

Dass Hoffmeyer-Zlotnik jetzt seine Ämter niederlegt, hat nichts damit zu tun, dass er nun der vielen Arbeit und Aufregung überdrüssig geworden ist, sondern lediglich damit, dass sein zweites Kind an der Kantschule, Tochter Demet, volljährig geworden ist und nun nicht mehr von einem Elternteil vertreten zu werden braucht. Papa muss jetzt gehen. Wir bedauern dies und können an dieser Stelle nur danken für die langjährige und zuverlässige Arbeit. Herr Hoffmeyer-Zlotnik war ein Vater, der der Schule über viele Jahre hinweg ein Vater war.

Aber wie seine richtigen Kinder, muss jetzt wohl auch die Kantschule erwachsen werden ...

E. Guist /H. Riedel
(Für die Schulkonferenz der Kantschule)

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