beKANTmachungen Nr. 04/2006: Schulentwicklung, Schulkonferenz 31.3.2006
Falkensee, den 06.04.2006
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Protokoll der letzten Schulkonferenz ist online und kann unter
http://www.kantschule-falkensee.de/mitw/schule/prot/intern.htm
mithilfe der bekannten Zugangsdaten eingesehen werden.
Lassen Sie mich meine Eindrücke kurz selber darstellen: Die unruhige Phase vom Januar 2006, in der die Zukunftsperspektiven der gymnasialen Oberstufe sehr unsicher erschienen, kann vorerst abgehakt werden.
In vielen Gesprächen haben wir sowohl von der Stadt Falkensee als auch vom Kreisbildungsausschuss große Solidarität erfahren. Beide stehen voll hinter uns und sehen in unserer besonderen Organisationsform eine Bereicherung des Schulstandortes Falkensee bzw. Osthavelland. Von dieser Seite werden wir alle notwendige Unterstützung erhalten, soviel ist sicher.
Der Kreisschulentwicklungsplan, dessen Verwaltungsentwurf wir auf der Schulkonferenz mit demjenigen diskutiert haben, der ihn erstellt hat, nämlich Herrn Roger Lewandowski, sieht zwar Probleme für unsere GOST ab dem Schuljahr 2010/11, die sich aus der Entwicklung der Schülerzahlen ergeben.
Aber: Erstens fallen wir in der Planung gar nicht weit unter die erforderlichen Mindestzahlen, und zweitens ist der Schulentwicklunsplan alles andere als aus der Bibel abgeschrieben. Es zeichnet sich im laufenden Ü7-Verfahren ab, dass brandenburgweit die Gesamtschulen mit GOST verstärkt angewählt werden, weil die Oberschule nicht akzeptiert wird, und dieser Trend könnte sich noch verstärken, wenn klar wird, was es heißt, wenn an Gymnasien das Abitur in 12 Jahren erreicht werden muss.
Durch die extreme Verdichtung der Stundentafel in der Sek I - denn da wird die Zeit "gewonnen", nicht in der Sek II - steigt die Belastung für die Schüler außerordentlich an, sodass außerschulische Betätigungen (Sportverein, Musikunterricht, soziales Engagement) hintan treten müssen; und ob das die Eltern wollen, ist offen. (Ich z.B. würde es als Vater, der ich auch bin, nicht gut finden, wenn mein dreizehnjähriger Sohn praktisch jeden Tag in der Woche erst um 17.00 Uhr nach Hause kommt und in der 8. Stunde noch Mathematik hatte und ab 19.00 Uhr zwei Stunden lang Hausaufgaben machen muss.)
Hinzu kommt, dass ein Übergang von der 10. Klasse der Oberschule in die GOST eines Gymnasiums praktisch unmöglich wird. Er würde ein Wiederholen der 10. Klasse in einem Klassenverband erfordern, der ganz anderes Arbeiten gewohnt ist als an der Oberschule. Da doch besser gleich eine Gesamtschule anwählen, die das Abitur in 13 Jahren vergibt und in der man in gewohnten Zusammenhängen bleibt.
Dies veränderte Wahlverhalten der Eltern wurde bereits vom Ministerium bemerkt, und man rudert bereits kräftig zurück. So gab es aus dem Schulamt Stimmen, die den Bestand unserer GOST als gesichert bezeichneten: Das hörte sich im Januar noch ganz anders an.
Zusammengefasst: Sowohl der Schulträger als auch der Kreis stehen hinter unserer GOST; die Eltern wählen uns gut an; Ministerium und Schulamt bemerken das. Was wollen wir noch?
Doch, eins wollen wir noch: Besser werden. Eine bessere Gesamtschule werden. Eine Schule für alle Schüler. Wo man was lernt. Wo man lebt. Wo man die Nase nicht hoch oben trägt und sich besser findet, sondern wo man mit beiden Beinen auf der Erde steht. Wo man sich nicht prügelt (wie in manchen Hauptschulen der Republik), weil es einfach zu viele Anregungen gibt, als dass man sich langweilte.
Und wer dabei mitmachen will, der darf am Schulprogramm mitstricken, da wollen wir das nämlich reinschreiben. Und der darf jederzeit zu uns kommen und nachschauen, ob wir das auch umsetzen, was wir uns vorgenommen haben.
Wer bis hierhin gelesen hat (Dankeschön!), der hat gemerkt, dass dies kein normaler Newsletter geworden ist, sondern ein persönliches Plädoyer des Vorsitzenden der Schulkonferenz. Ich weiß, dass ich für viele Schüler, Eltern und Lehrer unserer Schule spreche. Vielleicht nicht für alle, aber für viele.
Mit den besten Grüßen
Hartmut Riedel
Vorsitzender der Schulkonferenz
Selber denken, selber handeln.
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