Mit erneuerbarer Energie durch Europa!
Das COMENIUS-Projekt macht Halt an der Kantschule in Falkensee
![]() |
| Fünf Länder, fünf Schulen und ein Band, das sie zusammen hält: Das COMENIUS- Projekt. Im Bild die Teilnehmer des Projekttreffens vor der Kantschule in Falkensee. |
Europa ist kleiner geworden. Die Wege der Menschen zueinander sind kürzer, die Kommunikation leichter und der Wille und die Bereitschaft zueinander zu finden größer denn je. Dies alles auch dank der Europäischen Union. Mit Programmen wie dem COMENIUS-Projekt für lebenslanges Lernen fördert die Europäische Union schon seit Jahren den interkulturellen Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten, bzw. den mit der EU assoziierten Ländern im schulischen Bereich. Schulen aus verschiedenen Ländern finden sich, einigen sich auf ein gemeinsames Projekt, das sie dann sukzessive umsetzten, wobei sie im Austausch an den verschiedenen Schulstandorten ihre Ergebnisse auswerten. COMENIUS bedeutet also Schulpartnerschaft auf begrenzte Zeit (zwei Jahre), wobei neben dem gegenseitigen Kennenlernen auch die Arbeit an einem selbstgewählten Thema eine Rolle spielt.
Cordula Dopichei, Lehrerin an der Gesamtschule "Immanuel Kant" mit gymnasialer Oberstufe Falkensee, hat im Dezember 2007 an einem Comenius- Kontaktseminar in Alden Biesen (Belgien) teilgenommen und nach Partnerschulen sowie einem geeigneten Thema für die gymnasiale Oberstufe Ausschau gehalten. Es gelang ihr bei diesem Treffen die Weichen für eine Teilnahme der Kantschule am COMENIUS-Projekt zu stellen. Fünf Schulen aus den Ländern Belgien, Schweden, Türkei, Spanien und Deutschland einigten sich auf eine Zusammenarbeit, und zwar an dem Thema: "Entwicklung verschiedener Perspektiven der Umwelt in Europa".
Bei den bisherigen Projekttreffen in Schweden und Spanien , an denen jeweils Schüler und Lehrer aller Partnerschulen teilnahmen, ging es inhaltlich um den Energieverbrauch und das Energiesparen in den einzelnen Ländern. Die Partnerschulen trugen ihre Arbeitsergebnisse vor und werteten diese gemeinsam aus.
Für das Treffen der Schulen in Falkensee in der Woche vom 04.10 bis 08.10.2009 sollten die einzelnen Länder jeweils vorbereitend an ihren Schulen eine erneuerbare Energie erforschen. Neben Wasser-, Wind-, Sonnen- und geothermischer Energie war auch Biomasse als erneuerbare Energie ein Thema. Dies war das Thema der deutschen Projektgruppe.
Als die 16 Gäste (zwei Lehrer und zwei Schüler aus jeweils einem Land) am Sonntagabend in Falkensee ankamen, dachten sie zunächst jedoch nicht an Biomasse oder an erneuerbare Energien, sondern nur daran, ihre eigenen "Batterien" nach der langen Anreise wieder aufzuladen. Vier Tage voller spannender, ereignisreicher und kräfteraubender Aktivitäten in Deutschland sollten ihnen nämlich bevorstehen.
Am ersten Tag wurden die Gäste von der Schulleitung und von Schülern der Kantschule herzlich in Empfang genommen und konnten sich umgekehrt auch dem deutschen Publikum vorstellen. Danach gab es eine Besichtigung der Schule bzw. des Unterrichts. Um die Mittagszeit empfingen Bürgermeister Heiko Müller und Dezernent Dr. Sempf die ausländischen Gäste im Rathaus und stellten ihnen den Wohnort Falkensee vor. Vor allem die Geschichte der Stadt stieß bei diesem Vortrag auf das besondere Interesse der Zuhörenden. Den Nachmittag verbrachten alle Projektteilnehmer in Berlin, wo sie teils zu Fuß, teils mit dem Schiff auf der Spree die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bestaunen konnten.
Am Dienstag war Potsdam angesagt. Die Projektteilnehmer besuchten dort zunächst das anerkannte Institut für Klimaforschung (PIK) und das Geoforschungszentrum (GFZ), wo sie zwei interessante Vorträge zum Thema Klimawandel und geothermische Energie bzw. CO²-Senkung in Englisch hören konnten. Danach erlebten sie Potsdam, wie es sich dem Touristen bietet: eben preußisch und royal.
Mittwoch war der Tag der Arbeit: In der "Waldschule" in Pausin galt es im Plenum die Arbeitsergebnisse der einzelnen Schulen in englischer Sprache zu präsentieren und zu reflektieren. Wie sich zeigte, konnten die Schulen dabei aus einem reichen Fundus an Wissen und Erfahrung schöpfen, waren sie doch allesamt in der Projektphase von April bis September überaus fleißig gewesen.
Um vor allem das Thema der Kantschschule ("Energiegewinnung aus Biomasse") noch weiter zu vertiefen, besuchte die Gruppe am Nachmittag die Biogasanlage Neukammer bei Nauen. Hier konnten alle Teilnehmer mit fachkundiger Führung eine Biogasanlage hautnah und z. T. geruchsintensiv erleben.
Am Donnerstag tagten die Projektteilnehmer ein letztes Mal in der Schule. Es ging um die Evaluation der bisherigen Ergebnisse und um die Planung des nächsten Treffens in Bartin (Türkei). Wie die Evaluation deutlich zu erkennen gab, waren die Teilnehmer mit dem Erreichten zufrieden und freuten sich auf das nächste Treffen im Februar in der Türkei. Das Thema des nächsten Treffens lautet: "Das Umweltbewusstsein von Verbrauchern und Produzenten".
Als am Mittag die Gäste vor der Kantschule in die wartenden Kleinbusse stiegen, regnete es in Strömen. Die Unfreundlichkeit des Wetters konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass zischen den Gästen und ihren Gastgebern ein anderes Klima herrschte. Die herzlichen Umarmungen und gegenseitigen Wünsche zeigten an, dass zwischen den Menschen, ob nun Schüler oder Lehrer, eine innige Verbundenheit gewachsen ist. Aus Fremden sind Freunde geworden. Aus einer großen, fernen Welt wurde eine kleine, vertraute. Das COMENIUS-Projekt trägt Früchte.
Danksagung:
Gedankt sei an dieser Stelle allen am Projekt beteiligten. Dies sind vor allem die Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 12 , allen voran den Gastgebern (Nico Buttler, Karik Steinke, Claudia Peters, Fabian Rieck, Jennifer Gowitzke, Matthias Glantz, Saphira Sierig) und Schülern, die viel mitgeholfen haben (z. B. Steven Schuto). Von den Lehrern waren hauptsächlich Herr Krüger, Herr Dahling und Frau Dopichei beteiligt, Herr Guist wirkte bei dem Deutschlandtreffen mit. Großen Dank auch an der ASB-Schülerstation, die sich vor allem bei praktisch-organisatorischen Dingen (Errichtung des Buffets, Transporte) unentbehrlich gemacht hat, hier insbesondere Andrea Thiel und Frank Packhäuser.
Erich Guist, 11.10.2009
[kant-home] > [projekte] > [diese seite: comenius]
