INVESTITIONEN: Premiere für Hockeyspieler
Sportplatz an der Kantschule Falkensee fertiggestellt
FALKENSEE - Womit übergibt man einen neuen Sportplatz? Mit einem Riesenschlüssel? Wohl kaum. Bürgermeister Heiko Müller wählte eine olympische Fackel. Doch als er sie gestern an Petra Müller, die Leiterin der Kantschule, überreichen wollte, torpedierte das der stürmische Wind: Es ließ sich partout kein Flämmlein entfachen.
Das trübte die Stunde keineswegs, die man an dieser sportbetonten Gesamtschule und im Turn- und Sportverein Falkensee (TSV) seit Jahren herbeigesehnt hatte: Gestern wurde das Sportstadion an der Kantstraße zur Nutzung freigegeben, das sich über rund 15 000 Quadratmeter erstreckt.
Die sechs Flutlichtmasten und der 1,80 Meter hohe Ballfangzaun sind schon von Weitem sichtbar. Eine 400-Meter-Rundbahn aus ziegelrotem Kunststoff umschließt die sattgrünen Spielfelder, die nicht nur für Fußballer, sondern für Volley- und Basketballer zur Verfügung stehen. Im Norden platzierten die Landschaftsarchitekten Schrickel & Partner Berlin (Planer) und die Firma Garten- und Landschaftsbau Crivitz (Ausführung) die Leichtathletikanlagen. An der Nordwestseite ist ein Minispielfeld mit Geldern des Deutschen Fußballbundes entstanden.
Das absolute Novum aber bildet der Feldhockeyplatz von 55 mal 91,40 Metern – ausgeführt in Kunstrasen und jederzeit beregenbar – , worüber vor allem die Freizeitsportler vom TSV überglücklich sind. Anne Runge, Bereichsleiterin für den Hockeysport, strahlte: „Ein super Tag. Wie lange haben wir darauf gewartet!“ Im Verein spielen 70 Kinder Hockey. „Nun können wir endlich auch die Eltern-Hockey-Gruppe aufbauen“, sagt die Trainerin.
Noch vor einem Jahr erkannte man den Sportplatz der Kantschule nur, wenn man ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass diese Maulwurfshügellandschaft mit ihrem Steppencharme und der rudimentären Weitsprunggrube tatsächlich noch als Sportplatz herhalten musste. Bürgermeister Heiko Müller räumte ein: „Es wurde Zeit.“ 1,55 Millionen Euro nahm die Stadt für den Ausbau dieses Sportstadions in die Hand, inklusive der vier Meter breiten Asphaltstraße an der Nordseite.
„Eine Investition, die sich gelohnt hat“, versicherte Rektorin Petra Müller, der die Freude unschwer anzusehen war, „denn unser Konzept ,Bewegte Schule’ in einer bewegungsarmen Zeit findet großen Zuspruch.“ Sie dankte den Stadtverordneten für die Bereitstellung des Geldes, der Verwaltung und den Firmen für ihre Leistungen und reichte die Fackel an Sportlehrer Peter Grünert weiter – Geburtstagskind des Tages –, der sich mit diesem neuen Arbeitsfeld reich beschenkt sah.
Ulrich Rosenau, Leiter des Staatlichen Schulamtes in Brandenburg, räumte ein, dass er sich nur ungern der Qualen in den Sportstunden seiner Schulzeit erinnere. Der Stadt Falkensee aber bescheinigte er, ihre Hausaufgaben exzellent erledigt zu haben: „Trotz der viele Zwänge gelingt es ihr immer wieder, den Schwerpunkt auf Bildung zu setzen. Dem gebührt Hochachtung!“
(Hiltrud Müller)
Wir danken der Märkischen Allgemeinen Zeitung für die Erlaubnis zur Veröffentlichung. http://www.maerkischeallgemeine.de/
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