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| Die Teilnehmer des Comenius-Projekts aus fünf Ländern vor der Schule in Bartin. |
Comenius-Treffen am Schwarzen Meer
Delegation aus der Kantschule Falkensee reist in die Türkei
Fährt man über den Bosporus in östliche Richtung, gelangt man über eine Brücke von Europa nach Asien. Ein großer Schritt, meint man, doch auf der anderen Seite ist das Leben nicht viel anders. Und nicht nur das: Die Türkei zeigt sich allgemein den Erwartungen der Europäer näher als ihren Befürchtungen. Jennifer Gowitzke, Saphira Sierig, zwei Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule "Immanuel Kant" mit gymnasialer Oberstufe in Falkensee und ihre Lehrer Rudolf Dahling und Erich Guist konnten dies selbst erfahren. Die deutschen Teilnehmer des Comenius-Projekts reisten in der letzten Februarwoche in die Türkei zu ihrer Partnerschule in Bartin, einer mittelgroßen Stadt am Schwarzen Meer (etwa 500 km von Istanbul entfernt), um dort am 4. Comenius-Treffen teilzunehmen.
Die Reise in der Türkei begann in Istanbul. Nachdem man von dieser faszinierenden Stadt gerade mal einen ersten (aber durchaus starken und positiven) Eindruck gewonnen hatte, traf man sich mit den anderen Teilnehmern des Projekts, die aus Spanien, Schweden und Belgien angereist waren, um gemeinsam in einem Bus in die Partnerstadt zu fahren.
Nach etwa 7 Stunden Fahrt wurden die Gäste von den türkischen Gastgebern herzlich empfangen: Die Schüler zogen zu Gastschülern, die Lehrer in ein Hotel direkt am Meer. In den nächsten Tagen war ein straffes Programm angesagt. Besuche unterschiedlichster Art standen an: die Gastschule, das Amt für Erziehung der Region Bartin, eine Papierfabrik, die recyceltes Papier produziert. Auch touristische Sehenswürdigkeiten wie die idyllische Stadt Amasra oder der Innenstadt von Bartin wurden aufgesucht.

Doch der eigentliche Zweck des Treffens war die Arbeit am gemeinsamen Projekt, das den Titel trägt: "Entwicklung verschiedener Perspektiven der Umwelt in Europa". In Bartin sollten die Arbeitsergebnisse der Schulen zu der Fragestellung ausgewertet werden: Welchen Einfluss haben Konsumenten und Produzenten auf die Umwelt? Die Arbeit an diesem Thema umfasste drei Tage, die gemeinsame Planung des nächsten Treffens in Belgien noch einen weiteren Tag.
Die Arbeit am Projekt war sehr produktiv und konstruktiv, da alle Beteiligten mit viel Elan und Spaß bei der Sache waren. Aber auch die Umstände und äußeren Bedingungen taten ein Ihres dazu: Die Gastgeber sorgten sich in vorbildhafter Weise um ihre Gäste, indem sie ihnen in einem angenehmen und freundschaftlichen Klima jedwede Unterstützung zukommen ließen. Vor allem die ausgezeichnete und üppige Beköstigung versüßte das Leben ungemein.
Auffällig war, wie groß die Beteiligung von Lehrern, Schülern, Eltern aber auch der Öffentlichkeit insgesamt am Projekt war. Die Gäste wurden überall wahrgenommen, begrüßt, eingeladen. Man konnte allenthalben erkennen, dass die Gäste und auch das gemeinsame Projekt für die türkischen Gastgeber von größter Bedeutung war. Dies ehrte die Gäste und ehrte das europäische Projekt. Es ehrt aber auch die Gastgeber, die beweisen, dass eine gute Partnerschaft und Zusammenarbeit selbst über den Bosporus hinaus wunderbar funktioniert.
Als die deutsche Delegation in Deutschland ankam, hatte sie eine Erkenntnis sicher im Gepäck: Die Türkei liegt nicht so weit von Europa entfernt, wie hier oft angenommen wird. Dies sei vor allem den Politikern in Brüssel gesagt, die ja selbst das Comenius-Projekt ins Leben gerufen haben.
Erich Guist, 03.03.2010
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