„Ostrov“- das tschechische Wort für Insel

Für gewöhnlich fahren 18 Jugendliche mit Frank Packhäuser und vier ehrenamtlichen Teamer*innen in den Sommerferien für zwei Wochen nach Schweden. Die geplante Kanutour von Biwak zu Biwak wurde in diesem Jahr gegen einen anderen Naturschatz getauscht.

Schweden hatte aufgrund des Corona-Virus‘ Einreisestopp…

Aber Frank Packhäuser wollte die Schulfahrt nicht absagen: Innerhalb weniger Tage wurden Anträge geschrieben, Absprachen getroffen und ein erfahrener Kletterlehrer (Ingo) an Bord geholt. Das neue Ziel: Ostrov (bei Tisa) in Tschechien. Eine ‚Insel‘ im Elbsandsteingebirge, umgeben von tollen Wanderwegen, viel Grün und Launen der Natur.

In der Woche vom 13.-19.07.2020 waren vier Teamer*innen, 14 Teilnehmer*innen sowie Niklas, der sich als ehrenamtlicher Fahrer und zum Sichern am Berg bereit erklärt hat, dabei.

Am Samstag zuvor sind zwei Teamer (Frank Packhäuser, Ariane Isidorczyk), Norwin, Chantal, Sophia und Miriam mit vier Einkaufswägen durch das Kaufland gestürmt.

Drei Stunden später und über 400 € ärmer wurde dann bis zum frühen Abend gepackt und teilweise nochmal nachgekauft.

Wer einen Einblick in unsere Woche haben möchte, liest ab hier weiter:

 

Unser Tagebuch:

 

Tag 1

Nach einer 3 ½ stündigen Fahrt wurden wir auf einem sonnigen Zeltplatz von einem entspannten Kletterlehrer begrüßt, der mit uns seine dritte Kletterwoche in Ostrov verbringen wollte. Nach einem zweistündigen Zeltaufbau, dem Einrichten unserer „Luxus-Camping-Küche“ und einigen Gitarrensongs fing der Ernst des Kletterns an…

Unsere Schüler*innen wurden im Umgang mit dem Klettergurt, dem Sichern sowie allen wichtigen Materialien vertraut gemacht.

Abends wurde gemeinsam am Lagerfeuer gegessen und einige Teilnehmer*innen gingen bereits auf die erste Wanderung (nachts).

 

Tag 2

Ingo, der Kletterlehrer, ist mit uns gut 1,5 h bergauf gewandert. Am Ziel angekommen, wurden uns die besten Routen zum Bouldern gezeigt. Gut 3 h haben wir unsere Kletterfähigkeiten am Fels geschult, um dann sonnenverbrannt, aber glücklich den Rückweg anzutreten.

Tag 3

Nach einem herrlichen Sonnenaufgang, vom unsanften Wecken der Teamer*innen gefolgt, wurde verschlafen gefrühstückt. Gegen 9 Uhr sind wir zur ersten Wanderung aufgebrochen und konnten erste Erfolge beim Klettern erzielen. Ingo hatte alle Kletterrouten für uns eingehängt. Unter dem prüfenden Blick der klettererfahrenen Teamer*innen hatten sich die Jugendlichen auf ihre ersten Routen (Höhen von 15 bis 40 m) begeben.

Den Tag beendeten wir mit einem Lagerfeuer, zufriedenen und müden Teilnehmer*innen sowie Teamer*innen.

Tag 4

Regen… Und dennoch waren wir Wandern und Klettern. Nur nicht auf dem Fels, sondern in zwei Höhlen.

Ausgestattet mit Stirnlampen und wetterfester Kleidung sind wir in zwei Teams zeitversetzt ins Unbekannte geklettert… Einige sind umgekehrt, andere waren gefühlt ewig weg. Auf dem Rückweg zum Camp kamen die letzten der Truppe in einen starken Platzregen. Durchnässt und hungrig haben sich alle schützend unterm Tape versammelt. Wodurch die „Luxus-Camping-Küche“ zum „Luxus-Wohnzimmer“ umfunktioniert wurde.

Tag 5

Immer noch Regen… Ein Zelt musste aus dem über Nacht entstandenen Swimmingpool gerettet werden. Wanderschuhe und Regenbekleidung wurden in den wenigen Sonneneinheiten zum Trocknen aufgehängt und anschließend tapfer weiter genutzt.

Zum frühen Nachmittag sind wir nach Decin aufgebrochen. Vor Ort mussten wir bis 16 Uhr warten bis der Fels außen getrocknet war, um den Trainings Klettersteig betreten zu dürfen. Dann hieß es klettern am Stahlseil, ähnlich wie im Hochseilgarten Jungfernheide, nur am Fels. Gut 30 bis 60 Minuten dauerte eine Tour, je nach Route und Schwierigkeitsgrad. Die letzten (Ingo, Leonie, Miriam und Ariane) wurden vom Regen überrascht. Am Ende wurden alle Teilnehmer*innen mit einer grandiosen Aussicht auf die Elbe belohnt.

Julius am Klettersteig mit Stahlseil und doppelter Karabinersicherung

 

Tag 6

Der letzte Tag – regenfrei.

Wir starteten diesen Tag mit einem abschließenden Gruppen-Tandem-Wettkampf. Die Teilnehmer*innen bekamen mehrere Aufgaben, darunter: Ein rohes Ei auf dem Zeltplatz zubereiten lassen, ohne die eigene Küche zu benutzen. Eine anfangs schwere, aber dennoch lösbare Aufgabe. In einer anderen Aufgabe musste ein Hund mitgebracht werden. Danke an den Hund ‚Blacky‘, der bei allen Teilnehmer*innen brav mitgelaufen ist. Andere Aufgaben waren schwieriger zu lösen, da sich die Teilnehmer*innen die Übersetzung tschechischer Sätze von Fremden erfragen mussten. Viele Aufgaben wurden erfolgreich gelöst.

Gegen Mittag sind wir zur letzten Wanderung aufgebrochen und haben fünf weitere Routen (Höhen von 15 m – ca. 80 m) auf diversen Felsen erklommen. Die Wahl der Routen und Schwierigkeitsgrade war freiwillig. Jeder konnte, keiner musste.

 

Hier sind drei Bilder von den anspruchsvolleren Routen zu sehen. Auf den Bildern links und in der Mitte sehen wir Norwin (Markenzeichen: bunte Hose). Ganz unten auf dem Bild wagt Julius sich bis zur Spitze empor.

 

Den letzten Aufstieg tätigten wir als Gruppe in Etappen und mit Stand-Sicherung auf dem Fels. Alle Teilnehmer*innen haben diesen Aufstieg gemeistert und sich im Anschluss erfolgreich abgeseilt.

Erst gegen 20 Uhr kamen wir ins Camp zurück und haben nach einer gemeinsamen Kochaktion das letzte vegane Essen (Ja, vegan ) der Woche genossen.

Tag 7

Aufstehen, Taschen packen, Zelte abbauen, aufräumen, Autos beladen und zusammen im Pod Císařem frühstücken.

Gegen Mittag befanden wir uns endlich in den Autos und sind zurück nach Deutschland gefahren. Masken auf den Raststätten und Tankstellen sowie überteuerte Preise ließen uns wehmütig an unsere sagenhafte Woche zurückdenken. Um 16.30 Uhr erreichten wir den Bahnhof Falkensee.

 

Danke an alle Teilnehmer*innen sowie Teamer*innen, die diese anspruchsvolle, aber dennoch unvergessliche Zeit möglich gemacht haben.

 

i.A. Ariane Isidorczyk (Teamerin)

 

PS: Nach den Oktoberferien soll es einen Lounge-Abend geben. Inwieweit es unter den aktuellen Hygieneregeln mit Abstand gemütlich wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, es gibt dann mehr Fotos und den Film zur Fahrt.

ISI

ehemalige Lehrkraft, Fächer WAT/Physik

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