Schlechtes Passwort?

Keine Sorge, hier wurden keine Passwörter gehackt. Aber was passieren kann, wenn man ein schlechtes Passwort hat, wurde im Zuhause ITG-Unterricht, während der Corona-Schließung, erarbeitet. Hier zwei Beispiele der tollen Arbeiten, die abgegeben wurden.

Geschichte 1

Vorgestern Abend war meine Freundin Mariella bei mir. Sie wollte sich auf meinem Instagram Account anmelden und fragte mich, was das Passwort ist. Ich dachte mir nichts dabei und sagte: „So wie überall!“, da sie auch schon auf meinem TikTok Account angemeldet war, wusste sie es direkt.

Doch jetzt habe ich es total bereut, ihr das anvertraut zu haben. Denn gestern wollte ich etwas Geld abheben, aber es hatte nicht funktioniert. Ich dachte erst, es wäre irgendein technischer Fehler und habe dann meine Eltern um Hilfe gebeten. Doch die meinten, dass ich wohl all mein Geld bereits abgehoben habe.

Ich war so sauer, weil ich mir schon dachte, wer mir das Geld gestohlen hatte. Ich ging direkt zu Mariella und wollte sie drauf ansprechen. Doch als ich in ihr Zimmer kam, sah ich sie mit zwei anderen Mädchen auf dem Boden hocken, wie sie gerade mehrere Anziehsachen anprobiert haben. Ich bat Mariella raus zukommen und frage sie, ob sie sich mein Geld genommen habe und sich davon diese Klamotten gekauft habe.

Sie sagte ja und daraufhin bin ich nach Hause gerannt und habe alles meinen Eltern erzählt. Meine Eltern telefonierten mit Mariellas Eltern.

Und ich musste so lange in meinem Zimmer warten. Ich war so sauer!

Ich wollte eine Nachricht an Mariella schicken, da bekam ich gefühlt tausend Kommentare auf meinen neuen Post bei Instagram. Nur komisch, dass ich gar nichts gepostet hatte. Ich guckte nach und sah ein peinliches Bild von mir, wo ich gerade eine Grimasse gemacht habe. Das kann nur Mariella gewesen sein, dachte ich mir. Ich hatte Mariella das Bild irgendwann mal im Vertrauen geschickt. Und jetzt kann es die ganze Schule sehen. Ich löschte es schnell, in der Hoffnung, dass es noch kaum jemand gesehen hatte.

Am nächsten Tag ging ich zur Schule und hoffte, dass mich niemand darauf ansprechen würde und es auch niemand gesehen hätte. Doch als ich in die Klasse kam, haben alle gelacht und das Foto war schon überall repostet worden. Ich bekam einen Heulkrampf, rannte nach Hause und legte mich in mein Bett.

Plötzlich kam ein helles Licht auf und mein Vater stand an der Tür und sagte: „Guten Morgen Maya, aufstehen! Was möchtest du frühstücken?“ War das alles etwa nur ein Traum? Ich nahm sofort mein Handy und guckte nach dem Post, doch nichts, er existierte nicht. Was ein Glück!

Ich frühstückte und ging in die Schule. Nach der Schule traf ich mich mit Mariella. Am Abend, kurz bevor sie gehen musste, fragte sie mich nach dem Instagram-Passwort. Doch ich grinste nur und begleitete sie zur Tür.

Und seitdem habe ich für jeden Account ein anderes Passwort.

Geschichte 2

Ich war 9 Jahre alt, als ich mir mein erstes Passwort für meinen Instagram-Account erstellt habe. Ich wusste noch nicht viel über Passwörter, deshalb habe ich mich für „Jolly“ entschieden. Man muss wissen, dass mein Kater Jolly hieß. Ich dachte mir: „Woher soll jemand wissen, wie meine Katze heißt oder warum überhaupt jemand versuchen sollte mich zu ‚hacken‘“. Also war mein kleines ich sehr glücklich darüber, dass ich nun auch Instagram hatte.

Ich hatte diesen Account relativ lange nicht genutzt, aber als ich wieder auf meinen Account zu greifen wollte, stand da: „Der Inhaber dieses Konto hat möglicherweise das Passwort geändert“. Ich wusste nicht, was ich machen kann und am Anfang hatte ich mir auch nichts dabei gedacht und nutzte erst mal einen anderen Account von mir.

Als ich dann aber gesehen habe, dass jemand die Bilder gelöscht hatte, die ich damals in meinem Account hochgeladen habe, wusste ich, dass das kein Fehler war, sondern mit purer Absicht.

Ich musste zusehen, wie jemand Fremdes, vielleicht auch einer meiner Freunde, meinen Account zu seinem machte. Diese Person hat meine ganzen Follower geklaut und hat sich als ich ausgegeben.

Ich habe andere gefragt, was ich machen kann, viele sagten mir, ich könne dieses Konto melden, was ich dann auch gemacht habe. Ich konnte sogar auswählen, dass es sich für mich ausgegeben hat.

Meinen Account habe ich allerdings nie wieder bekommen. Daraus habe ich gelernt, dass ich nie wieder meine Haustiere oder ähnliches als Passwort nehme.