Diesmal war alles anders – Rückblick auf unseren Poetry Slam

Kulturabend an der KANT (31.3.2022)

Die Begrüßungsbotschaft von Emilia, Moderatorin des Abends und ehemalige Kantianerin, war klar: Die Welt ist aus den Fugen! Eine Pandemie, die uns geprägt hat, und ein brutaler Angriffskrieg Putins, der uns alle in Wut und Schrecken versetzt. Das Publikum solle also nicht etwa leichte, weichgespülte Lyrik erwarten! Der von ihr provozierte Grundtenor des Abends gelang: nachdenklich, nachwirkend, nachhallend.  Julia, die Gewinnerin des Vorjahres und  jetzt Studentin der Psychologie, rezitierte gestochen scharf Delfinovs „Präsident und Deserteur“, den „Kriegsbrandstifter“ anprangernd, eine vierminütige Geschichtsstunde der  Extraklasse. 

Und dann benutzten unsere Slam-Poeten regelrecht das Motto des Abends, „Colors of the Rainbow“, um verbal loszuschlagen. Celina (3. Platz) bewegte sich auf poetische Weise auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Fiktion, wohingegen Lisa  mit ihrem Text ernüchternd feststellte: „Dazwischen gibt es nichts.“  Mareikes zweiter Text führte dazu, dass selbst bei der sonst so taffen Moderatorin vor Rührung die Tränen liefen. Das Publikum teilte diesen Gefühlsausbruch und so war es kein Wunder, dass Mareike zur Gewinnerin des Abends gekürt wurde.

Tobias und Marco, unsere „jüngsten“ Teilnehmer aus dem 12. Jahrgang, zeigten, wie aus einem Wortspiel während eines Freiblocks ein mutiger Slamtext werden kann.

Vanessa und Noa (2. Platz), Frauenpower in geballter Form, nahmen das Publikum mit auf eine poetische Traumreise  durch die Bibliothek der Sinne.  

Es ging also um verletzte Gefühle, ums Verlassenwerden, ums Alleinsein, ums Anderssein, um die Aufforderung, Farben statt Worte sprechen zu lassen. Durfte man die Farben des Regenbogens zweckentfremden? Man durfte, vor allem, wenn man die feinsinnigen Worte  ALLER Poeten verinnerlichte.

Eigentlich gegeneinander im Lyrikwettbewerb antretend, repräsentierten die diesjährigen Slammer auch: Wir sind ein Team, wir dichten zusammen die Regenbogenfarben neu!

Statt Leselampe und Wasserglas krönte unseren Dichterwettstreit die Band „Neverland“.  Sie performte selbstgeschriebene Gänsehaut-Songs und der Cranberries-Song  „Zombie“ von 1994  wurde zu einer bewegenden Hommage an die Ukraine umgeschrieben.  Von Chantal und Emily alias „Neverland“  werden wir alle noch hören, gut so!

Dass Julia, unsere Gastpoetin, uns alle 21.30 Uhr mit einem nachdenklich machenden Text in die Nacht entließ, verstand sich fast von selbst.  

Für uns der bisher beste Poetry-Slam! DANKE liebe Poeten, liebe „Neverland“-Band, liebe Emilia, liebe Julia!!

Ihr alle habt wahrlich unsere Gemüter gerockt!

Wir sagen ein letztes Mal danke und verabschieden uns,

Frau Bernard und Frau Beyer 

PS: An diesem Abend wurden 200 Euro für die Ukraine gespendet. Vielen Dank!

One thought on “Diesmal war alles anders – Rückblick auf unseren Poetry Slam

  • 09.04.2022 um 11:18
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    Ein großes Kompliment und Dankeschön an alle Mitwirkenden! Es war ein berührender Abend mit wundervollen Beiträgen! Neverland rockt!

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