„Ich bereue nichts.“ – Thomas Drescher wieder zu Gast an der Kantschule

Gemeinsam mit einem Freund versuchte der damals 22-jährige Thomas Drescher 1989 über die Berliner Mauer zu klettern und aus der DDR zu fliehen.  Er sagt heute: „Ich wollte einfach nur ein freier Mensch sein.“  Der Fluchtversuch scheiterte und die Folge waren eine monatelange Haftstrafe und Zwangsarbeit, bis er als einer der letzten Inhaftierten kurz vor dem Mauerfall von der Bundesrepublik freigekauft wurde.

Schon mehrmals war Herr Drescher an unserer Schule als Zeitzeuge zu Gast und erzählte heute im Seminarkurs Geschichte wieder persönlich und bewegend von seinen Erlebnisses und Erfahrungen als Opfer der DDR Diktatur. Die Gespräche regen zum Nachdenken an… über die Frage, was Freiheit in einer Gesellschaft bedeutet, welchen Wert sie hat und ob wir uns heute überhaupt darüber bewusst sind, wie viele Menschen für unser „frei sein“ heute gekämpft haben.

Dennis Klihm beschreibt das heutige Interview so: „Wir wurden komplett in seine Geschichte aufgesogen. Er hat es so erzählt, dass wir uns gut in diese Lage hineinversetzen konnten. Das Gespräch war so fesselnd, da sind die 2 Stunden einfach vorbei gewesen.
Nach dem Gespräch muss ich wirklich sagen: Wir haben so ein Glück. Wir dürfen sagen was wir wollen und leben wie wir wollen. Für dieses Recht mussten die Menschen in der DDR kämpfen. Dafür haben sie unseren Respekt verdient.
15 Monate Haft, nur weil man das Land verlassen möchte. Dies musste Herr Drescher über sich ergehen lassen. Gewalt in der Haft nicht ausgeschlossen und Zwangsarbeit im Stahlwerk.(…)“.

 

Wir danken Herrn Drescher für seine wichtige Arbeit und die Offenheit, mit der er seine Erfahrungen teilt.

Unser Dank gilt auch Frau Eich von der Gedenkstätte „Lindenstraße 54“ Potsdam für die Organisation der Zeitzeugenbegegnungen und die gute langjährige Zusammenarbeit.

 

Anne Wittchow

Seminarkurs Geschichte