24.04.2024
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Wie Marco die Partie seines Lebens spielte

… und sich noch viel mehr Abenteuer ereigneten am Freitag, dem 9. Dezember beim ersten Nikolaus-Schachturnier nach drei Jahren. Aber man lese und staune.

Denn das muss man erlebt haben, nach fast drei Jahren Dürre.

Wie der kleine ukrainische Junge mit den großen Augen, den kurzen Haaren und den Ohren, die das kleinste Rascheln einfangen können, wie dieser Siebenjährige zu spät kam, mit Tränen im Blick, aber gerade noch rechtzeitig, um an Platz 63 der Teilnehmerliste ins Turnier starten zu können, und wie er sich dann hellwach immer weiter nach oben spielte, an all den Kindern vorbei, die hier seit Jahren kämpfen und Figuren einstellen; wie dies Kerlchen schließlich auf Platz eins der Schlusstabelle der u12 landete, den riesengroßen Weihnachtsmann eroberte und auf der Bühne sein Erfolgsrezept verriet: „Hab ich erst schlecht gespielt, hab ich dann immer mit Papa gespielt…“ und wie der Rest im Applaus unterging.

Bravo, Mark Chupikov!

Marco hat matt gesetzt.

Und wie Silas sich im Turnier der u21 an Brett eins festspielte und Peter besiegte mit Figurenopfer und Mattkombination; wie Peter es sich nicht verdrießen ließ und alle anderen vermöbelte und dem Platz eins auf den Fersen blieb; wie Marco die Partie seines Lebens spielte, indem er den gegnerischen König per Qualitätsopfer mitten aufs Brett beförderte, um dann mit zwei Läufern, einer Dame, die zwischen b5, c5, e3 und h6 hin- und herpendelte, und einem Turm, der die e-Linie unter Verschluss nahm, wie er den weißen König verhaftete; und wie in der Schlussrunde Diana, im März aus der Ukraine zu uns gekommen, Silas‘ Figurenensemble so grandios überrollte, dass er kurz vor dem Traum vom Gesamtsieg eine Figur nach der anderen spucken musste, bis ein Läufer seinen König auf der Grundreihe festsetzte und allenfalls ein Racheschach das Matt noch ein, zwei Züge verhindert hätte, und wie Diana danach die Siegerin der Herzen war.

Bravo Diana, und bravo Peter Grabs, der noch auf Platz eins vorrückte.

Und wer weiter nachschauen will, wie die Schlusstabellen aussahen, kann sich durch die perfekt aufbereiteten Daten bei chess-results.com hindurchklicken:

u12 = https://chess-results.com/tnr706866.aspx?lan=0
u21 = https://chess-results.com/tnr706859.aspx?lan=0

Und uns als Trainern sind die Herzen aufgegangen und wir verstehen gar nicht, wie wir das so lange ohne diese Abenteuerreisen ins Denken ausgehalten haben – was Schach nämlich ist, falls das jemand noch nicht wusste.

Aber schon am 10. Februar geht’s weiter, und hier kann man sich anmelden.