Wir sind die Generation KANT-Slam

Der erste Poetry-Slam an der Kantschule ist hier auf der Homepage noch nicht genügend gewürdigt worden, das steht fest. Denn wann gab es bei uns zuletzt ein Event mit so viel Herz, mit so viel Applaus, mit so vielen Tränen und so viel Lachen und so vielen Kartoffelchips? Da kann sich keiner mehr dran erinnern. Und deshalb muss es aufgeschrieben werden.

Aber der Reihe nach. Die Vorband brachte den Laden in Stimmung. Frau Weiher hatte alle zusammengetrommelt und ihre Klasse 7a ein Buffet aufgefahren, nicht von schlechten Eltern war das. Es war zu eng und die Luft war schlecht, aber wie ist es in guten Kneipen? Zu eng, bei schlechter Luft. Das stimmte also schon mal.

Dann der Einzug der Kämpfer: 16 Slammer hatten sich eingefunden in der Cafeteria und wurden ausgelost und trugen der Reihe nach vor. Drei Vorgruppen, ein Finale mit den Siegern. Entscheid per Applauslautstärke; so hießen die Regeln. (Manche hatten ganze Busladungen mit Fans herbeigekarrt. Bisschen unfair.)

Und dann …, man wusste nicht, ob man vor Rührung weinen, vor Verblüffung den Mund offen stehen lassen oder sich vor Begeisterung die Hände wund klatschen sollte. Gänsehautatmosphäre, das auf jeden Fall. Wenn der Slammer den Mund aufmacht, kann man ihm ins Herz schauen – diese alte Weisheit war wahr. Die meisten hatten ganz direkt das aufgeschrieben, was ihnen über die Seele läuft, und die Mitschüler fühlten sich erkannt und die Eltern und Lehrer (deutlich in der Minderheit, soviel sei gesagt) erinnerten sich an frühere Zeiten, als man (mit Tinte!) in Tagebücher (aus Papier!!) schrieb und ein Slam noch nicht einmal erfunden war. Das ging über Glück und über Hundeentführer und über die Zukunft und über die Zeit und über Termindruck und Schicksal und Zufall und über brennende Welten und über die Straße des Lebens und … über die Generation X.

Wer hat gewonnen? Celina Busch aus der 12 hat gewonnen. Sie setzte sich im Finale gegen Laura Braun (7a) und Justin Knoll (11) durch, aber es war ein Herzschlagfinale; die Applause mussten wiederholt werden. Und dann hatte Celinas „Wir sind die Generation X“ den Sieg davongetragen, ein Text, mit dem sie ein absolut treffendes Portrait ihrer Generation zeichnet, mit dem sie sämtliche Vorurteile bestätigt und gleich wieder widerlegt …

Aber wieso erzähle ich das eigentlich? Die einmalige Stimmung dieses Abends ist nicht wieder herbeizuzaubern, und es sollen sich die doch ärgern, die nicht dabei waren. Obwohl … eine kleine Chance haben sie noch. Denn alle Texte werden in einem kleinen Buch zusammengefasst und beim Schulfest verkauft. Da sind dann auch alle Beiträge drin, die irgendwie zu Unrecht nicht gewonnen haben, denn sie waren so gut.

Der KANT-Slam-Termin ist gesetzt für’s nächste Schuljahr!!

PS: Und so hat’s die MAZ beschrieben