Darf man Wölfe jagen?

Oder: DialogP – Jugendliche interviewen Politiker … denn: Am 21.02.2022 gab es die Möglichkeit für die Leistungskurse der 12.Klasse im Rahmen der dialogP-Veranstaltung Vertretern politischer Parteien Fragen zu stellen, die sie betreffen und interessieren.

Zu Besuch an der Immanuel-Kant Gesamtschule in Falkensee waren an diesem Tag Ricarda Budke von den Grünen, Barbara Richstein (CDU), Johannes Funke (SPD), Matthias Stefke von den freien Wählern (BVB), Antje Koch (die Linke) und Lena Kotré (AfD).

Es wurden bestimmte Oberfragen im Voraus ausgewählt, welche die Schüler jedem Politiker innerhalb eines Unterrichtsblockes, in einer Diskussionsrunde, stellen durften und wozu jeder Politiker im Namen seiner Partei Stellung beziehen sollte. Die Schüler haben sich jeweils an die Thementische gesetzt und haben mit den Vertretern der einzelnen Parteien über ihr Thema gesprochen und Fragen gestellt. Einige der Befragten neigten gelegentlich zu einem Monolog beim Beantworten der Fragen, dennoch ergaben sich interessante Gespräche zwischen den jungen Schülern und den Politikern.

Oftmals haben die Meinungen der politischen Akteure übereingestimmt, wie bei der Thematik um Tesla, ob es eine Chance für den Strukturwandel ist und wie gut die Umsetzung Teslas Angebote handgehabt wird. Beispielsweise Frau Koch und Frau Budke äußerten sich kritisch zu der Umsetzung von Tesla, da die Bürger zu wenig mit einbezogen werden und die Arbeitsbedingungen sowie die Vorbereitungen sehr schlecht seien. Jede Partei erwähnte zudem, dass es erstaunlich ist, dass Elon Musk ohne jegliche Genehmigung sein Werk aufbaut. Weiterhin waren sich alle Befragten einig darüber, dass Tesla dennoch eine große Chance für die Bevölkerung ist und vor allem dazu beitragen wird, dass das Land für mehr junge Leute attraktiv wird. „Die Technologieverbundenheit wird der Imagewechsel für Brandenburg sein“ (Zitat: Barbara Richtstein von der CDU). Die beteiligten Personen haben sich darüber hinaus ausgiebig zum ÖPNV geäußert, in dem Sinne, dass dieser auf dem Land definitiv ausgebaut werden muss und kulturelle Angebote im Allgemeinen mehr gefördert werden sollten.

Außerdem wurde darüber diskutiert, ob Brandenburg kostenlose Schülerfahrtickets anbieten sollte. Dabei kamen unterschiedliche Ansichten der Politiker auf. Beispielsweise Johannes Funke ist der Meinung, keine kostenfreien Schülerfahrkarten anzubieten, wohingegen andere Befragte wie Antje Koch sich dafür einsetzen möchten, da es auch eine soziale Ungerechtigkeit für die Brandenburger ist, in Betracht der kostenlosen Fahrtickets für Schüler in Berlin. Die Mehrheit der Abgeordneten und Vertreter sind für einen weiteren Ausbau des Schienennetzes und ein generell besser vernetzter ÖPNV, was jedoch eine große Geldfrage ist und derzeit schwierig umzusetzen ist.

Darüber hinaus gab es noch die kontroverse Frage, ob der Wolf künftig bejagt werden darf. Im Allgemeinen fielen positive Vorschläge zu einem friedlicheren Umgang mit Wölfen. Die Politiker waren häufig für ein Umsiedeln und eine finanzielle Unterstützung für Bauern zum Schutz ihrer Tiere vor den Wölfen. Sie klärten die Schüler darüber auf, dass der Wolf keine Gefahr für den Menschen darstellt und die Tiere deswegen eher nicht bejagt werden sollen. Lena Kotré schloss sich dieser Meinung an, aber äußerte sich zusätzlich für eine maximale Grenze an beschossenen Wölfen, für den Fall, dass es zu einer gefährlichen Auseinandersetzung mit dem Tier gäbe.

Im Allgemeinen waren die Gespräche zwischen Schülern und Politikern sehr informativ, aber die wenigsten Befragten äußerten konkrete Lösungsvorschläge. Die Ansätze zur Lösung der Probleme hängen immer mit der Geldfrage zusammen, was das Ganze schwierig gestaltet. Dennoch sprachen sich einige Abgeordnete besonders für den Einsatz der Verbesserung im Bereich des ÖPNV aus und möchten die gesamte Thematik bei kommenden Besprechungen mehr thematisieren.

Vivien Vogler