Thema Tesla: Interessant, unterhaltsam

Am 21. Februar 2022 wurde uns die Möglichkeit gegeben, uns mit den Mitgliedern von sechs Parteien (SPD, die Linke, die Grünen, die Freien Wählern, AfD, CDU) auszutauschen und ihre Meinung zu verschiedenen Themen zu erfahren.

An meinem Tisch wurde die Frage erläutert, ob der Strukturwandel, z.B. wie die Tesla Ansiedlung, weiterverfolgt werden sollte. Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass die Produktionsstätte von Tesla in Grünheide beinah final errichtet ist und die Produktion beginnen sollte. Man sagt, dass in der ersten Ausbaustufe 12.000 Mitarbeiter eingestellt werden sollen – mittelfristig will das Unternehmen sogar 40.000 Beschäftigte einstellen. Es ist geplant am Standort jährlich 500.000 Elektrofahrzeuge zu produzieren. Auch die erforderliche Batteriefertigung wird nach Grünheide kommen.

Dennoch sind nicht alle von dem Vorhaben begeistert. Viele Anwohner und Umweltschützer protestieren gegen die Industrieansiedlung. Ihr Hauptkritikpunkt ist der zu erwartende hohe Wasserverbrauch der Produktion. Es wird davon ausgegangen, dass Tesla jährlich 1,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser benötigt – unter anderem in den Presswerken, den Lackierereien, der Batterieproduktion und bei Bränden in Fabriken. Diese Wassermengen entsprechen dem Jahresverbrauch einer Stadt mit 40.000 Einwohnern. Das kann die Region gerade in Zeiten des Klimawandels nicht bieten. Die Politiker der unterschiedlichen Parteien äußerten sich wie folgt zu diesem Thema.

Lena Kotré von der AfD ist der Meinung, dass das Thema Tesla als ein allgemeines Streitthema gilt. Tesla ist ein wirtschaftliches Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen. Darin sieht sie einen großen Vorteil für die deutsche Wirtschaft. Andererseits meint sie, dass die betroffenen Dörfer nicht belastet werden dürfen – der zu erwartende hohe Wasserverbrauch sei durchaus ein Grund, nicht zu bauen.

Ricarda Budke von den Grünen steht dem Thema Tesla sehr gespalten gegenüber. Sie ist zwar der Meinung, das Elektroautos sehr gut für das Klima sind und dass es wichtig ist, auch im ÖPNV Elektrobusse zu benutzen. Andererseits sieht sie den Tesla Chef und seine Entscheidung als sehr kritisch.

Barbara Richstein von der CDU ist der Meinung, dass das Problem mit dem Wasserverbrauch zwar kritisch ist, aber die Ansiedlung des Tesla Werkes ein wirtschaftlicher Erfolg für die Region wäre und so das Land Brandenburg weltweit mit zukunftsweisender Technologie verknüpft wird. Weiterhin merkte sie an, dass Deutschland vergleichsweise mehr auf die Natur und Umwelt achtet als Amerika.

Johannes Funke von der SPD erklärte, dass er Tesla sehr gut findet und verteidigte auch das Unternehmen. Als wir ihn drauf ansprachen, dass viele Wälder für dieses Werk abgeholzt wurden, erklärte er uns, dass Tesla doppelt so viel wieder nachpflanzen würde, mehr als eigentlich nach dem Naturschutzgesetz nötig wäre. (Nach diesem Gespräch forschte ich nochmals im Internet und fand dort Aussagen, dass Tesla nicht die doppelte Anzahl der Bäume wieder anpflanzte, sondern nur die genau vorgeschriebene Menge.) Weiterhin merkte er an, dass auch die Verfügbarkeit von Kohle zu Ende geht und man muss sich- mit Blick auf die Elektroautoproduktion- die Frage stellen: „Wo kommt der Strom zukünftig her?“ Die Antwort seitens Herrn Funkes war, dass es Elektrostrom aus erneuerbaren Energien sein wird, also grüner Strom. Außerdem sagte er, dass Tesla für viele Arbeitsplätze in der Region sorgt. Jedoch musste er – wie die übrigen Kandidaten- zugeben, dass der Wassermangel ein großes Problem sei und der Wasserhaushalt im Gleichgewicht gehalten werden sollte.

Matthias Stefke von den Freien Wählern meinte, dass seine Partei für solche Ansiedlungen ist und diese unterstützt, jedoch das die Wasserversorgung problematisch sei. Weiterhin seien auch Elektroautos durchaus ein Problem, da wir darüber nachdenken müssen, wo der Strom eigentlich herkommen wird, den es braucht. Er ist der Meinung, dass Batterien zudem schlecht für die Umwelt seien und man drüber nachdenken muss, ob Elektroautos dann wirklich besser für unsere Umwelt sind.

Antje Koch von den Linken kam als Vertreterin und meinte, Tesla sei eine Chance. Die Beteiligung der Bevölkerung und der betroffenen Menschen sei sehr wichtig. Sie sieht die Elektroautos als ein schwieriges Thema, ist aber der Meinung, dass man sie bevorzugt im ÖPNV einsetzen sollte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich durchweg alle Politiker kritisch, aber gleichermaßen positiv zu diesem Thema äußerten. Man muss anmerken, dass sich manche der Politiker besser und andere etwas weniger mit dem Thema auskannten. Allen war die Unsicherheit anzumerken und keiner wollte oder konnte sich festlegen. Die anstehenden Herausforderungen hinsichtlich der Klimaschutzpakete verlangen Politik, Unternehmen und Bevölkerung eine Menge ab. Wirkliche Erfahrungswerte liegen nicht vor, jedoch haben wir uns in Deutschland für den Weg der Elektromobilität und dem damit verbundenen Einsatz von erneuerbaren Energien entschieden. Also müssen und werden wir diesen auch gemeinsam gehen, mit dem Ziel umwelt- und ressourcenschonend zu leben.

Es war eine sehr spannende, aber auch unterhaltende Zusammenkunft und sie lässt sich hoffentlich in Zukunft wiederholen. Es gibt natürlich noch viele Fragen von unserer Seite, auf die wir eine Antwort suchen.

Chiara Rex