Die schwarz-weiße Liebe

Zehn Minuten hat jeder Spieler, um sein Talent zu zeigen. Zehn Minuten, um seine Ehre zu verteidigen. Zehn Minuten, um der Krasseste der Immanuel Kant zu sein.

18 Schüler, darunter Kinder, Jugendliche und „fast“ Erwachsene, versammeln sich im Obergeschoss des C-Gebäudes, um ihre Schachkünste zu beweisen. Der Raum ist mit einer leicht aggressiven, launischen, aber doch lustigen Aura gefüllt. Die Schüler, die sich hier befinden, sind von der Sorte “Mama ich gehe nicht in diesen coolen Freizeitpark, ich muss nach Hause, mein Online-Schachspiel wartet auf mich“. Das ist aufkeinen Fall negativ, denn wie schon bekannt : Schach macht schlau. Es trainiert einen, unter Zeitdruck komplexe Aufgaben lösen zu können, und wenn man eine fünf Stunden lange Schachpartie meistert, dann ist eine Mathe-Abitur-Klausur ein Klacks. Im 4. Stock der Immanuel Kant treffen sich also schlaue Schüler, die bereit sind durch ihre Gehirnmuskeln zu beeindrucken.

Montag und Dienstag wurden Tipps und Tricks besprochen, die den Gegner zum Schachmatt führen. Dazu guckte man sich Beispiele früherer Schachpartien an. Alte und neue Methoden, von jungen und alten Spielern, wurden analysiert und dienen zur Hilfe, um den Gegner raffiniert und so schnell wie möglich in den Abrgrund zu führen.

Von Mittwoch bis Donnerstag wurde dann das Schachtunier durchgeführt. Aufregung pur. Hibbelig, konzentriert und ehrgeizig, versuchte jeder, die Partie für sich zu gewinnen. Jeder durfte gegen fast jeden spielen, so hatte man mal schwache mal starke Gegner, für jeden war etwas dabei.

Man könnte meinen die Schüler aus verschiedenen Klassenstufen, männlich und weiblich, groß und klein, haben nichts miteinander zu tun, außer das sie sich in der kleinen und großen Pause mal über den weg laufen, doch wenn man genauer hinguckt sieht man, dass alle diese 18 Schüler, die schwarz-weiße Liebe teilen und somit mehr gemeinsam haben, als sie denken.

Erster beim Turnier wurde übrigens Lukas Drescher, wie man in der Tabelle nachschauen kann. Gewonnen haben alle: Erfahrung, Spannung, Trauer und Freude.

(Selin Demir)