27.05.2024
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Ein Geschichtskurs auf den Spuren der Stasi

Am 16. März 2023, einem sonnigen Donnerstag in Brandenburg, hat der Geschichtskurs GK5 seine Sachen gepackt und den langen Weg nach Berlin Hohenschönhausen auf sich genommen. Dort befindet sich eine Gedenkstätte auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie hat den Auftrag, über die grauenhaften Geschichten politischer Verfolgung und Unterdrückung zu DDR-Zeiten zu informieren. Diese Geschichten werden mithilfe von Ausstellungen, Veranstaltungen und durch die Erzählungen ehemaliger politischer Häftlinge dokumentiert.

Als wir pünktlich um 9:45 Uhr an der Gedenkstätte standen, wurden wir nach kurzem Warten in einen Konferenzraum geführt. Dort hat uns ein Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeitsstelle, Jens Hasselmeier, begrüßt und uns den Tagesablauf vorgestellt. Wir haben mit einer kleinen digitalen Umfrage und einem Brain Dump zur Gedenkstätte gestartet. Hierbei durften wir mit unseren Handys Begriffe sammeln, die wir mit der Geschichte des Ausflugsortes verbinden. Anschließend haben wir einen Film über das geteilte Deutschland geguckt, um unser eigentlich schon vorhandenes Wissen aufzufrischen. Jens hat uns ebenfalls erklärt, wie wir ein Zeitzeugeninterview führen. Nach einer kurzen Pause haben wir uns dann die Ausstellung der Gedenkstätte angeschaut. Dort hatten wir eine halbe Stunde Zeit, um uns ein Objekt in der Ausstellung auszusuchen und dieses zu recherchieren. Nach einer Auswertung unserer Rechercheergebnisse haben wir unseren Zeitzeugen Matthias Leopold kennengelernt. Leopold wurde damals inhaftiert, nachdem er für den fehlgeschlagenen Versuch, seinem besten Freund bei der Flucht in den Westen zu helfen, verraten wurde. Er sollte uns durch die Gedenkstätte führen, über das Gelände informieren, von seinen Erfahrungen berichten und anschließend für ein Zeitzeugeninterview bereitstehen. Wir konnten viel von Professor Leopold lernen und haben seine humorvolle Erzählweise so sehr genossen, dass wir uns mehr Zeit mit ihm gewünscht hätten. Wir haben ihn anschließend in die Schule eingeladen, um folgenden Klassen ebenso die Möglichkeit zu bieten, ihn kennenzulernen und seinen Geschichten zu lauschen. Das folgende Zeitzeugeninterview war sehr spannend. Uns wurden persönliche und historische Fragen offen und ehrlich beantwortet und wir durften sogar offizielle Dokumente der Stasi in den Händen halten.

Alles in Allem war der Ausflug ein großer Erfolg. Mit dem Gedanken, dass diese Exkursion für viele von uns die Letzte sein würde, haben wir jeden Moment ausgekostet und waren sehr dankbar für unseren großartigen Zeitzeugen. Auch wenn die Zeitplanung teilweise recht knapp war und wir gerne mehr Zeit mit Matthias Leopold gehabt hätten, hat uns diese Exkursion sehr gefallen und wir können die Gedenkstätte allen Geschichtsinteressierten sehr ans Herz legen.

Text: Noemi Kirchner, Jg. 13
Bilder: Julie Franzke, Jg. 13