In Italien trifft man Kant-Schüler … 12.3 und 12.6 in der Toskana

23.09.2019, Treffpunkt Tegel, 8:15 Uhr

Mit größeren und kleineren Koffern bepackt trudeln nach und nach 42 Italien-Willige und 3 Lehrkräfte in Tegel ein. Terminal C, Menschen über Menschen. Nur einer hatte die Ruhe weg und kam 30 Minuten nach Treffzeit. Dank der Fürsorge flugerfahrener Schüler hat es auch Frau Wald geschafft, ihren Koffer am Do-It-Yourself-Terminal abzugeben. Nach Umlagerung diverser Inhalte auf den Koffer von Angi waren es dann auch nur noch 14.2 Kilo Gewicht bei Frau Wald. Für den Rückweg bedarf es dann also auch eines Gepäck-Plan-B.

Nach mittelschwerem Stress bei der Besetzung der Sitzplätze im Flieger ging es dann um kurz vor 11 in die Luft. Für einige der erste Flug ihres Lebens, ein paar Tränen und ein wenig Blässe inklusive. Frau Wald bekam einen perfekt gekleideten Teddy (aus welchem Schrank wohl die Badehose kam) für den Flug und für unruhige Nächte ein liebevoll signiertes Kopfkissen. So konnte ja nun wirklich nichts mehr schief gehen…

24.09.2019, Anflug auf Pisa, 12:15 Uhr

Gut, dass das Frühstück schon einige Stunde her war, denn selbst hartgesottene Flieger schluckten angesichts der vielen vielen vielen Luftlöcher in einer Unwetterfront über Pisa ein wenig. Nach einigen Kreisrunden und 15 Minuten längerem Flug landete unser Pilot sanft in Pisa, Applaus gab es natürlich von uns allen.
Noch ein wenig mit vernebeltem Blick hätte Frau Wald fast den netten Ricardo mit seinem Schild übersehen. Dank Francesca saßen wir aber wenige Minuten später im Shuttle-Bus und auf dem Weg in unser Hotel nach Viareggio.

24.09.2019, Tagestour Pisa

Ja, noch immer ist der Turm schief und noch immer ist die schnuckelige Stadt voll. Todesmutig schafften es alle Schüler nach gemeinsamen 2 Stunden weitere Stunden die Stadt zu erkunden. Zwischendrin mal schnell eine Brückensperrung wegen Filmarbeiten, lehrreiche Vorträge der Lehrer und die ein oder anderer Erfahrung, dass Italiener das mit den Preisen nicht immer so eng nehmen (hatte Frau Wald das nicht als Belehrung 46x an diesem Tag gesagt?!). In zwei Gruppen ging es am späten Nachmittag wieder zurück und der ein oder andere stürzte sich nochmal in die kühlenden Fluten.

25.09.2019, die WetterApp zeigt böse Blitze, Wahlausflug Pietrasanta

Nach einigen Pisa-Kilometern am Dienstag war der Anblick der Regenwolken und Blitze in der WetterApp vielleicht für manch einen ein Segen. Nach dem Frühstück gingen manche direkt wieder ins Bettchen, andere zum Einkauf, mancher schrieb in wunderbarer Ruhe im Essensaal eine Postkarte (das sind kleine bunte Papiere mit Bildern, auf welche man mit dem Stift eigenhändig einen Gruß an die Freunde und Familie zuhause schreiben kann). Neuer Tagestreffpunkt 12:30 Uhr, dann sollte es aufhören zu gewittern.
Auswahl für den Nachmittag: Stadttour mit Shopping, Einkauf und Strand, Kultur in der Mamorstadt Pietrasanta. Der Strand hatte dann dank der nachmittags scheinenden Sonne wieder die meisten Anwähler gefunden. Kultur- und Naturbesessene kraxelten mit Frau Wald und Herrn Petzold auf einen Olivenhain mit toller Aussicht bis zum Meer, Kirchen und sehr viel Mamor inklusive.

26.09.2019, Tagestour Florenz

Oh nein, Frühstück um 7:45 Uhr, wie können Sie uns das nur antun.
Eine gut 1,5stündige Zugfahrt brachte uns in die wohl toskanischste Stadt der Toskana. Für manche endete die Tour bereits am bahnhofsnahen McDonalds wegen massivem Unwohlsein und Sonnenproblemen (bei 25 Grad und Sonne-Wolken-Mix…). An den schnell gegessenen Burgern wird es garantiert nicht gelegen haben, auf gar keinen Fall.
Gemeinsam schlugen wir uns zunächst durch den Wusel und Trubel dieser unfassbar aufregenden Stadt bis zum Dom und ab dann mit Eigenaufträgen in Kleingruppen weiter. Gefühlte 1 Million Menschen strömten die Gässchen und Plätze entlang und trotzdem traf man den ein oder anderen dann wieder. Besonders erfreut war Frau Wald über die Gruppen junger Kant-Männer, die den harten Aufstieg über gefühlte 3726 Treppenstufen zur Piazzale Michelangelo auf sich nahmen und den Traumausblick über Florenz genossen.
Manch einer vermasselte es in 3 Stunden, weiter als bis zum Dom zu wandern und bereute es bis zum Treff um 16:30 Uhr bitterlich. Schnelle Entscheidung: Teilung der Gruppe! Und so wanderte Frau Wald mit einer kleinen Gruppe Schülerinnen und einem Aufpasser in FC-Bayern-Jacke noch einmal durch den Trubel von Florenz, während Herr Latsch den ersten Tross heim brachte und Herr Petzold mit weiteren Schülern den Mercato Centrale Firenze stürmte.

27.09.2019, Heimflug

Frühstück entspannt um 9 Uhr… und da sitzen sie schon alle kurz vorher und brabbeln und futtern, vor allem Nutella. Koffer sind gepackt, Übergepäck wird verteilt, vorzugsweise auf die Koffer der Jungen. Unser Eindruck – WOW, unsere Schützlinge haben sich toll benommen, es gab – so nehmen wir ganz naiv an – keine Ausbrüche, keine Regelverstöße, kaum Ermahnungen. Nur ab und an wäre die ein oder andere Wiederholung unserer Ansagen vermeidbar gewesen, wenn man einfach gut zuhört.
Herr Petzold, Herr Latsch und Frau Wald danken unseren 42 semi-erwachsenen Schützlingen für diese tolle Tour!

… und dann kamen doch noch kleine Dramen.
Pünktlich um 9:58 Uhr fuhren wir dann mit UNSEREM Bus zurück zum Flughafen nach Pisa. Nur die Abbiegung im Kreisverkehr zu eben jenem hat der Busfahrer übersehen, oder? Am etwas abseits gelegenen (2km) Parkplatz mit Einstieg in den Pisa-Schnellbahn-Shuttle (für läppische 5 EUR pro Person) wurden wir dann rausgelassen und sollten nun Zug fahren. Ähhhh what? Nein, bestimmt nicht, Ziel Flughafen. Nach erbitterten Diskussionen auch mit einer Angestellten der Betreiber-Gesellschaft des Zug-Shuttles (oh ja, das Englisch von Frau Wald war plötzlich brillant und die Schüler lernten, dass es Situationen gibt, in denen man Lehrern KEINE Fragen stellen sollte!!!) wurden wir dann doch zum Flughafen direkt gefahren. Oh Wunder, man konnte natürlich auf den Busparkplatz fahren. Man könnte ja fast vermuten, dass hier ein wenig Touristen-Abzocke betrieben werden sollte.
Und die weiteren Dramen
– Gepäck-Abfertigung mit stehenden Bändern,
– Sicherheit-Check mit zu vielen Menschen,
– Frau Wald in Panik, die den Flieger schon ohne uns hat abheben sehen,
– Transfer-Busse am Rollfeld, die einfach nicht kommen wollten,
– verspäteter Abflug,
– Regen und Kälte in Berlin.

Vielleicht hätten wir einfach doch noch ein Weilchen in Italien bleiben sollen…