27.05.2024
FachbereichePädagogik

Intensives Coaching des Pädagogik-Tutoriums 11.2

“Ich glaube, das ist dasselbe Stück, dass wir haben”, sagt ein Schüler. “Nein, wir haben kein Loch, das sind die Nasenleute,” sagt ein anderer. “Also, mein Vorschlag wäre, wir zählen jetzt die Ecken und dann sagt jeder, ob er ein Loch hat oder nicht.” “Bei mir macht es einen Bogen”, geht der Austausch weiter. “Dann hast du eine Haiflosse”, erwidert die Sitznachbarin.

“Was passiert hier eigentlich?” möchten wohl die Zuhörer wissen, die sich zufällig im Flur vor dem Pädagogik-Raum C_1.9 aufhalten. Die Antwort ist schnell gegeben: Hier arbeitet das Pädagogik-Tutorium 11.2, unter der Leitung des professionellen Trainers Sascha Hartwig von der Perspektivfabrik gGmbH, intensiv an effektiver Kommunikation und einer konstruktiven Lernatmosphäre.

Die Übung funktioniert folgendermaßen: Jede:r Teilnehmer:in hat einen Gegenstand mit einer bestimmten Form und Farbe in der Hand. Mit verbundenen Augen sollen nun nur durch die gegenseitige Verständigung zwei fehlende Formen und dazugehörige Farben ermittelt werden. Nach etwa einer Stunde und einigen Rückschlägen hat sich die Beharrlichlichkeit der Gruppe ausgezahlt. Zumindest eine fehlende Form und beide fehlenden Farben werden erkannt. Anschließend wird über die Vorgehensweise diskutiert und ausgewertet, um die Stärken der Kursteilnehmer:innen noch besser zu bündeln.

Im Laufe des Tages erleben die Schülerinnen und Schüler weitere Lerngelegenheiten, die es ihnen ermöglichen, eine intensivere Interaktion mit ihren Mitschüler:innen und der Lehrerin zu haben, als es in einem normalen Unterrichtsarragement oft der Fall ist. Nicht wenige aus der Gruppe müssen an der ein oder anderen vorstrukturierten Situation ihre Komfortzone verlassen. Eingebettet in Reflexionsrunden helfen diese Situationen im weiteren Verlauf dazu, sich selbst, die eigenen Stärken und Schwierigkeiten, aber auch die der anderen besser zu verstehen und Wege zu erkunden, diese anzunehmen und zu verbessern.

Am Ende des Tages wird deutlich, dass ein Prozess in Gang gesetzt wurde und die Schüler:innen offen dafür sind, die bereits gebildeten Denk- und Gefühlsmuster als Grundlage für gegenwärtiges Handeln zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern.

Der Auftakt für spannende drei Jahre ist gelungen.

Dr. Lydia Jenderek

Foto von David Travis auf Unsplash