Kopfstolpern in Finkenkrug

Aus Nummern wieder Namen machen: Das ist das Ziel des Kunstprojektes „Stolpersteine“. Insgesamt 10 Stolpersteine in Gedenken an Verfolgte der Nationalsozialisten wurden am Mittwochnachmittag in Finkenkrug vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Im Regen mit dabei war die 10c. Die Schülerinnen und Schüler folgten einer Einladung des Linken-Bundestagsabgeordneten Harald Petzold. Jetzt erinnern in der Holbeinstraße 42/46, dem früheren Wohnort der jüdischen Familie Schaarwächter, vier goldfarbene Stolpersteine am Gehweg an vier Menschen, die in Falkensee schikaniert und drangsaliert wurde, so dass sie unfreiwillig umziehen musste. Die Familie hat den Nazi-Terror überlebt.

Bislang wurden mehr als 56000 Stolpersteine in Deutschland und weiteren 19 europäischen Staaten verlegt. Die Steine erinnern daran, dass die Opfer der Nationalsozialisten mitten in den Städten und Dörfern lebten. Dass sie Nachbarn hatten, denen die Verhaftung, die Deportation oder der Wegzug aufgefallen sein muss. Dass sie Namen haben und keine Nummern sind.

Übrigens: Der Künstler ließ seine Kunst für sich sprechen und sagte während der Veranstaltung kein Wort. Von Schülern einmal auf die tatsächlichen Stolpergefahren der Steine angesprochen, sagte er, dass man über seine Steine nicht mit den Beinen, sondern mit dem Kopf und dem Herzen stolpern solle.

Nachtrag in Form eines Links vom 19.07.2017:

http://www.spiegel.de/einestages/gunter-demnigs-stolpersteine-erinnerung-an-opfer-des-holocaust-a-1158433.html